1Warum sind vom Allmächtigen nicht Zeiten (der Strafe) aufgespart, / und warum schauen, die ihn kennen, seinen Tag nicht? /
2Marksteine verrücken die Frevler, / sie rauben die Herde und weiden sie. / (a) 5Mo 19:14
3Den Esel der Waisen treiben sie hinweg, / sie pfänden das Rind der Witwe. /
4Sie stossen die Armen aus dem Wege, / die Elenden im Lande müssen sich alle verstecken. /
5Siehe, (Leute wie) Wildesel in der Wüste / ziehen aus zu ihrem Werk, / suchen nach dem Raub der Steppe: / ohne Brot sind (ihre) Kinder. /
6Auf dem Felde schneiden sie des Nachts, / plündern aus des Reichen Weinberg. /
7Nackt, ohne Kleidung, legen sie sich schlafen / und haben in der Kälte keine Decke. /
8Vom Regenguss der Berge triefen sie, / und ohne Obdach schmiegen sie sich an die Felsen. /
9Sie reissen von der Mutterbrust die Waise / und pfänden den Säugling des Armen. /
10Nackt, ohne Kleidung, gehen sie einher, / und hungrig tragen sie Garben davon. /
11Zwischen ihren Mauern pressen sie Öl, / sie treten die Keltern und schlürfen (Wein). /
12Aus Stadt und Häusern sind sie vertrieben, / die Seele ihrer Kinder schreit um Hilfe, / doch Gott achtet nicht des Unrechts. /
13Diese sind dem Lichte feind, / sie wollen seine Wege nicht kennen / und bleiben nicht auf seinen Pfaden. /
14Vor Tag schon erhebt sich der Mörder, / den Elenden und Armen zu töten, / und in der Nacht geht um der Dieb. /
15Der Ehebrecher lauert auf die Dämmerung; / er denkt: Kein Auge wird mich sehen! / und eine Hülle legt er aufs Gesicht. / (a) Ps 10:11
16Er bricht ein im Finstern in die Häuser; / bei Tage schliessen sie sich ein, / denn allzumal scheuen sie das Licht. /
17Ihr Morgen ist die Finsternis; / denn sie sind vertraut mit den Schrecken des Dunkels. /
18Schnell fährt er dahin auf dem Wasser. / Sein Erbteil ist verflucht auf Erden, / er wendet sich nicht mehr den Weinbergen zu. /
19Dürre und Hitze raffen weg die Schneewasser, / das Totenreich die, die gesündigt haben. /
20Sein vergisst der Markt seines Ortes, / seiner Grösse wird nicht mehr gedacht, / und die Ungerechtigkeit wird wie ein Baum zerbrochen. /
21Er unterdrückt die Unfruchtbare, die nicht gebiert, / und der Witwe tut er nichts Gutes. /
22Und er erhält durch seine Stärke die Tyrannen; / er steht wieder auf, wenn er am Leben schon verzweifelt. /
23Er gibt ihm Sicherheit, und der stützt sich darauf, / aber seine Augen sehen auf ihre Wege. /
24Seine Grösse währt nur kurze Zeit - dahin ist sie. / Sie werden gedemütigt, hingerafft wie alle Welt / und abgeschnitten wie die Spitze der Ähre. /
25Und wenn nicht - wer will mich Lügen strafen / und meine Rede zunichte machen?