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Luke 23

GerBoLut: Deutsch Bolsingerߴs Luther 1545 Bibel (moderne Rechtschreibung) · alemão

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1Und der ganze Haufe stund auf und fuhreten ihn vor Pilatus

2und fingen an, ihn zu verklagen, und sprachen: Diesen finden wir, daß er das Volk abwendet und verbietet, den Schoß dem Kaiser zu geben, und spricht, er sei Christus, ein Konig.

3Pilatus aberfragte ihn und sprach: Bistdu der Juden Konig? Er antwortete ihm und sprach: Du sagest es.

4Pilatus sprach zu den Hohenpriestern und zum Volk: Ich finde keine Ursache an diesem Menschen.

5Sie aber hielten an und sprachen: Er hat das Volk erreget damit, daß er gelehret hat hin und her im ganzen judischen Lande, und hat in Galilaa angefangen bis hieher.

6Da aber Pilatus Galilaa horete, fragte er, ob er aus Galilaa ware,

7Und als er vernahm, daß er unter des Herodes Obrigkeit gehorete, ubersandte er ihn zu Herodes, welcher in denselbigen Tagen auch zu Jerusalem war.

8Da aber Herodes Jesum sah, ward er sehr froh, denn er hatte ihn langst gerne gesehen; denn er hatte viel von ihm gehoret und hoffete, er würde ein Zeichen von ihm sehen.

9Und er fragte ihn mancherlei; er antwortete ihm aber nichts.

10Die Hohenpriester aber und Schriftgelehrten stunden und verklagten ihn hart.

11Aber Herodes mit seinem Hofgesinde verachtete und verspottete ihn, legte ihm ein weili Kleid an und sandte ihn wieder zu Pilatus.

12Auf den Tag wurden Pilatus und Herodes Freunde miteinander; denn zuvor waren sie einander feind.

13Pilatus aber rief die Hohenpriester und die Obersten und das Volk zusammen

14und sprach zu ihnen: Ihr habt diesen Menschen zu mir gebracht, als der das Volk abwende. Und siehe, ich habe ihn vor euch verhoret und finde an dem Menschen der Sachen keine, der ihr ihn beschuldiget.

15Herodes auch nicht; denn ich habe euch zu ihm gesandt, und siehe, man hat nichts auf ihn gebracht, was des Todeswertsei.

16Darum will ich ihn zuchtigen und loslassen.

17Denn ermutite ihnen einen nach Gewohnheit des Festes losgeben.

18Da schrie der ganze Haufe und sprach: Hinweg mit diesem und gib uns Barabbas los!

19welcher war urn eines Aufruhrs, so in der Stadt geschehen war, und urn eines Mords willen ins Gefangnis geworfen.

20Da rief Pilatus abermal ihnen zu und wollte Jesum loslassen.

21Sie riefen aber und sprachen: Kreuzige, kreuzige ihn!

22Er aber sprach zum drittenmal zu ihnen: Was hat denn dieser Ubels getan? Ich finde keine Ursache des Todes an ihm; darum will ich ihn zuchtigen und loslassen.

23Aber sie lagen ihm an mit großem Geschrei und forderten, daß er gekreuziget würde. Und ihr und der Hohenpriester Geschrei nahm uberhand.

24Pilatus aber urteilete, daß ihre Bitte geschahe,

25und ließ den los, der urn Aufruhrs und Mords willen war ins Gefangnis geworfen, urn welchen sie baten; aber Jesum ubergab er ihrem Willen.

26Und als sie ihn hinfuhreten, ergriffen sie einen, Simon von Kyrene, der kam vom Felde, und legten das Kreuz auf ihn, daß er's Jesu nachtruge.

27Es folgete ihm aber nach ein großer Haufe Volks und Weiber, die klageten und beweineten ihn.

28Jesus aber wandte sich urn zu ihnen und sprach: Ihr Tochter von Jerusalem, weinet nicht uber mich, sondern weinet über euch selbst und fiber eure Kinder.

29Denn siehe, es wird die Zeit kommen, in welcher man sagen wird: Selig sind die Unfruchtbaren und die Leiber, die nicht geboren haben, und die Brfiste, die nicht gesauget haben.

30Dann werden sie anfangen zu sagen zu den Bergen: Fallet über uns! und zu den Hugeln: Decket uns!

31Denn so man das tut am grunen Holz, was will am durren werden?

32Es wurden aber auch hingefuhrt zwei andere Ubeltater, dad sie mit ihm abgetan wurden.

33Und als sie kamen an die Statte die da heifit Schadelstatte, kreuzigten sie ihn daselbst und die Ubeltater mit ihm, einen zur Rechten und einen zur Linken.

34Jesus aber sprach: Vater, vergib ihnen; denn sie wissen nicht was sie tun. Und sie teileten seine Kleider und warfen das Los darum.

35Und das Volk stund und sah zu. Und die Obersten samt ihnen spotteten sein und sprachen: Er hat andern geholfen, er helfe sich selber, ist er Christ, der Auserwahlte Gottes!

36Es verspotteten ihn auch die Kriegsknechte, traten zu ihm und brachten ihm Essig

37und sprachen: Bistdu der Juden Konig, so hilf dir selber.

38Es war auch oben uber ihm geschrieben die Uberschrift mit griechischen und lateinischen und ebraischen Buchstaben: Dies ist der Juden Konig.

39Aber der Ubeltater einer, die da gehenkt waren, lasterte ihn und sprach: Bist du Christus, so hilf dir selbst und uns!

40Da antwortete der andere, strafte ihn und sprach: Und du furchtest dich auch nicht vor Gott, der du doch in gleicher Verdammnis bist?

41Und zwar wir sind bilüg darinnen; denn wir empfangen, was unsere Taten wert sind; dieser aber hat nichts Ungeschicktes gehandelt.

42Und sprach zu Jesu: Herr, gedenke an mich wenn du in dein Reich kommst!

43Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir, heute wirst du mit mir im Paradies sein.

44Und es war urn die sechste Stunde. Und es ward eine Finsternis uber das ganze Land bis an die neunte Stunde.

45Und die Sonne verlor ihren Schein, und der Vorhang des Tempels zerrifi mitten entzwei.

46Und Jesus rief laut und sprach: Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hande! Und als er das gesagt, verschied er.

47Da aber der Hauptmann sah, was da geschah; preisete er Gott und sprach: Fürwahr, dieser ist ein frommer Mensch gewesen!

48Und alles Volk, das dabei war und zusah, da sie sahen, was da geschah, schlugen sich an ihre Brust und wandten wieder urn.

49Es stunden aber alle seine Verwandten von feme und die Weiber, die ihm aus Galilaa waren nachgefolget, und sahen das alles.

50Und siehe, ein Mann mit Namen Joseph, ein Ratsherr, der war ein guter, frommer Mann;

51der hatte nicht bewilliget in ihren Rat und Handel; der war von Arimathia, der Stadt der Juden, der auch auf das Reich Gottes wartete:

52der ging zu Pilatus und bat urn den Leib Jesu

53und nahm ihn ab, wickelte ihn in Leinwand und legte ihn in ein gehauen Grab, darinnen niemand je gelegen war.

54Und es war der Rusttag, und der Sabbat brach an.

55Es folgeten aber die Weiber nach, die mit ihm kommen waren aus Galilaa, und beschaueten das Grab, und wie sein Leib gelegt ward.

56Sie kehreten aber urn und bereiteten Spezerei und Salben. Und den Sabbat uber waren sie stille nach dem Gesetz.

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