1Der Mensch, vom Weibe geboren, / ist kurzen Lebens und voller Unruhe. /
2Wie eine Blume geht er auf und welkt, / schwindet dahin wie ein Schatten und hat nicht Bestand. / (a) Ps 103:15
3Und über einem solchen hältst du dein Auge offen, / und ihn ziehst du vor dein Gericht? /
4Wie könnte ein Reiner von Unreinen kommen? / Auch nicht einer! /
5Wenn doch seine Tage bestimmt sind / und die Zahl seiner Monde bei dir beschlossen, / und du sein Ziel gesetzt, das er nicht überschreite, /
6so blicke weg von ihm und lass ihn ruhen, / dass er doch seines Tages froh werde wie ein Tagelöhner. /
7Denn für den Baum gibt es doch eine Hoffnung: / wird er gleich umgehauen, er kann wieder treiben, / und seine Schosse hören nicht auf. /
8Wenn seine Wurzel auch alt wird in der Erde / und sein Stumpf im Staub erstirbt, /
9vom Duft des Wassers schlägt er wieder aus / und treibt Zweige wie ein frisches Reis. /
10Der Mann aber stirbt und ist dahin, / der Mensch verscheidet - und wo ist er? /
11Die Wasser schwinden aus dem Meere, / und der Strom versiegt und trocknet aus; /
12der Mensch entschläft und ersteht nicht wieder; / bis die Himmel vergehen, erwacht er nicht, / wird nicht aufgeweckt aus seinem Schlafe. /
13Ach, dass du mich im Totenreich bärgest, / mich verstecktest, bis dein Zorn sich gewendet, / ein Ziel mir setztest und dann meiner gedächtest! /
14Wenn der Mann stirbt, wird er wieder lebendig? / All meine Dienstzeit wollte ich ausharren, / bis dass meine Ablösung käme. / (a) Hio 7:1
15Dann würdest du rufen und ich dir antworten, / nach dem Werk deiner Hände sehntest du dich. /
16Ja, dann zähltest du meine Schritte, / würdest nicht achthaben auf meine Sünde. / (a) Hio 34:21
17Versiegelt im Beutel wäre mein Vergehen, / und du übertünchtest meine Schuld. /
18Aber auch ein Berg muss fallen, / und ein Fels rückt fort von seiner Stelle, /
19Steine werden vom Wasser zerrieben, / es schwemmt der Wolkenbruch das Erdreich weg: / so machst du die Hoffnung des Menschen zunichte. /
20Du überwältigst ihn für immer, und er fährt dahin, / du entstellst sein Antlitz und schickst ihn fort. /
21Seine Kinder kommen zu Ehren - er weiss es nicht; / sie kommen herunter - er gewahrt sie nicht. /
22Nur solange sein Fleisch an ihm ist, fühlt es Schmerz, / solange seine Seele in ihm, trauert sie.